Warum gibt es eigentlich keine Online-Videotheken mehr?

Gerade lese ich einen Artikel, in dem es darum geht, dass Netflix aktuell noch 2,7 Millionen Kunden in Amerika regelmäßig mit DVDs beliefert. Das ist auf den ersten Blick sehr erstaunlich, wo man doch denkt, wir wären im Jahre 2019 in einer rein digitalisierten Welt angekommen. Wenn man dann jedoch folgende Zahlen liest, wird einiges klarer: aktuell kann man bei Netflix derzeit nämlich rund 6.000 Filme streamen. Die DVD-Bibliothek Netflix‘ umfasst hingegen sogar 100.000 unterschiedliche Filme. An einige Raritäten kommt man quasi nur per Post.

In Deutschland gab es so eine „Online-Videothek“ auch mal, hieß Lovefilm und wurde irgendwann von Amazon gekauft und dicht gemacht. Schade eigentlich. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es verschiedene Abomodelle gab. Ich hatte eins, mit dem ich 4 DVDs gleichzeitig ausleihen konnte – soviele, wie ich in einem Monat eben schaffte. Wenn man eine DVD oder Blueray durch hatte, schickte man sie einfach kostenfrei zurück und der nächste Film, der auf der Watchliste stand, wurde automatisch zugeschickt.

Das war selbst vor 6 Jahren schon ein bisschen retro, hat aber irgendwie Spaß gemacht. Schade, dass es sich finanziell für Amazon scheinbar nicht gelohnt hat.

Aus aktuellem Anlass habe ich zwei Blogeinträge von „damals“ freigeschalten. Eine praktische Funktion Lovefilms war es nämlich, dass man die gesehenen Filme bewerten konnte und diese Bewertungen findet ihr in den damaligen Einträgen „Film ab!“ (April 2013) und „Gesehen und für gut befunden (oder auch nicht)“ (Dezember 2013). Da sind auf jeden fall einige Perlen dabei, die man sich mal wieder anschauen könnte, versprochen!

Bis bald. Tschöö.

Angst vor der Armut

Armut ist, man kann es kaum fassen, auch in so einem reichen Land wie Deutschland ein prägendes, gesellschaftliches Thema. Das wird oft betont. Politisch wird dieses Thema meiner Meinung nach jedoch viel zu klein besprochen, weshalb ich wohl auch die lauten Stimmen von links (Die LINKE, Sammlungsbewegung „aufstehen“ und so weiter) in diesem Zusammenhang nicht immer schlecht finde.

Das Armutsrisiko, so liest man, reicht heute immer weiter in die Mittelschicht hinein. So sind nicht nur Arbeitslose betroffen, sondern auch Alleinerziehende, Kinder und Menschen mit Migrationsgeschichte. Das einzige, was wir haben, was uns vor dem Abrutschen in Armut schützt, ist unsere Arbeitskraft und fällt diese aufgrund von Krankheit oder individuellen, biografischen Ereignissen (eben Dingen wie Kinderkriegen, Umzug, Scheidung) weg, ist man zeitlich ganz schnell mal mittellos. Von Menschen, die zwar arbeiten, davon aber nicht leben können („working poor“), mal ganz zu schweigen.

Vor der Angst selbst arm zu werden, schützen wir uns selbst. Auch ich will, von sozialen Sicherheitsgefühl getrieben, den Anschein erwecken, um jeden Preis „dabei“ zu sein zu können, obwohl ich mir das eigentlich nicht selten gar nicht leisten kann. Das Konto wird dabei monatlich gegen null gewirtschaftet. Gesellschaftliche Teilhabe kostet schließlich eine Menge Geld: brunchen gehen, den neusten Escape Room ausprobieren, kennst du schon das neue Anno 1800, wie du hast kein Netflix Ultra HD, jetzt sei doch nicht so ein Geizhals, der Cocktail kostet zwar 7,80 Euro, aber man lebt nur einmal und ins Grab kannst du eh nichts mitnehmen, kauf dir endlich mal die neue Apple Watch und dann ab in den Urlaub in die USA!

Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder ich spiele dieses Spiel mit, bin dabei und gesellschaftlich im Game oder: ich ziehe mich zurück. Letzteres wäre irgendwie ganz schön scheiße, also ab dafür! Monopoly Real Life.

Bitte nicht falsch verstehen: klar kann man sich das Mitspielen als Erzieher leisten, doch schwingt immer die latente Angst mit, dass Krankheit, Verlust des Jobs oder Trennung (sich alleine ne Wohnung zu leisten wird auch in Leipzig immer unmöglicher) eintreten und man dann selbst in die Armutsfalle rutscht. Aber pssst … das soll niemand wissen. In Diskussionen überspielen wir das lieber mit dem selbstsicheren Satz „uns geht es doch eigentlich ganz gut, andere verdienen viel weniger als wir“, den wir uns schon so sehr eingeredet haben, dass wir wirklich daran glauben … an dieses großartige System: bis zum Renteneintritt mindestens 40 Stunden pro Woche arbeiten, um dann gerade so genug in die Rentenkasse eingezahlt zu haben, dass wir uns wenigstens noch eine 20 Quadratmeterbutze irgendwo in der Nähe einer Großstadt leisten können. Wenn wir Glück haben, leben wir dann nicht mal allein.

Krass, was diese – oft unausgesprochene – Angst mit uns macht. In meinem Falle habe ich jahrelang neben meinem Beruf, den ich gelernt habe, immer noch etwas anderes gearbeitet und dabei wahrscheinlich schon jede Branche kennengelernt. Nach 40 Stunden Kindergarten ging es dann beispielsweise im Supermarkt Getränkekisten schleppen, auf dem Rad Essen ausliefern, bei einem Automobilzulieferer Autositze aus Lederteilen stanzen, Zeitungen austragen, Babys sitten, Blogeinträge für Firmen schreiben, Jingles für Webradios einsprechen, Dorffeste moderieren, für einen Fußballverein Kameramann sein, Rentnern an der Volkshochschule das Handy erklären und am schnellsten kommt man übrigens zu Geld, wenn man bei Gayromeo nett zu älteren Männern ist.

All meine Ersparnisse habe ich konsequenterweise dafür eingesetzt dass ich mir ein Studium leisten kann, das mir einen Job ermöglicht, der all meine Nebentätigkeiten obsolet macht. Geld ausgeben, um mehr Geld zu kriegen, klingt fast nach einer Investition, ist wohl auch eine. Zwar sollte Bildung in Deutschland frei zugänglich sein, in Wirklichkeit ist es jedoch so, dass private Hochschulen einen fast 5-stelligen Betrag für die Möglichkeit der Erlangung eines akademischen Abschlusses verlangen dürfen.

Okay, sagt man sich, schließlich verdiene ich dafür in vier Jahren auch ein bisschen mehr Geld und mache als Sozialarbeiter irgendwas beruflich sinnvolles (ein ganz schön ökonomischer Gedankengang).

Doch bis es soweit ist, rocke ich weiter 40 Stunden Erzieherdasein, sitze jeden zweiten Samstag in der FH, verzichte auf einen großen Teil meiner Freizeit und meines Privatlebens und rede mir ein: eigentlich geht es mir doch ganz gut, andere haben es viel schlechter als ich. Um in Wirklichkeit einfach nur Angst davor zu haben, irgendwann mal arm und einsam zu sein.

Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt der Kapitalismus noch heute.

Bis bald. Tschöö.

Meine eigene Limo Marke

Auf Instagram merkt ihr es gerade besonders deutlich: ich mutiere zum Junkfoodblogger. Und irgendwie finde ich das gar nicht mal so schlimm. Neben irgendwelchen Süßigkeiten oder Restauranthöhepunkten poste ich vorwiegend richtig geile Limo. Ich liebe Limo!

Kaum zu glauben, dass mein Freund – und nicht ich selbst – auf die Idee gekommen ist, was mein Lebenstraum sein könnte: eine eigene Limo Marke! GEILO!

Würde ich den Gedanken zuende denken, gäbe es irgendwann Original japanische Matcha Limo aus Leipzig mit meinem Gesicht drauf!! Wie fucking genial, ist das, Leuddä?

Die Freude würde aber wohl nicht lange anhalten. Zwar wäre mein Getränk der absolute Verkaufsschlager und jede noch so kleine Hipsterkneipe im Leipziger Westen würde die Matcha Limo mit Aleks-Gesicht vertreiben wollen … ach was sage ich: dieses göttliche Getränk stünde deutschlandweit in jedem Getränkeregal und wer es verpasst, mein Produkt in sein Sortiment aufzunehmen, wird vom Kunden eiskalt bestraft und leider seinen Laden dicht machen müssen.

Irgendwann würde dann die EU auf mein Produkt aufmerksam werden und – nachdem die Originale japanische Matcha Limo aus Leipzig mittlerweile in über 30 Ländern weltweit vertrieben wird – genauer unter die Lupe nehmen. Aus Verbraucherschutzgründen dürfte ich mein Getränk dann nicht mehr Limo nennen, weil offenbar – jetzt kommt’s – zu wenig (!!) Zucker drin ist (solche Argumente gibt’s wirklich).

Doch es kommt noch schlimmer: das Label „japanisch“ gilt nur, wenn es auch dort hergestellt wird. Also auch das weg. Matcha Getränk aus Leipzig geht nun auch nicht mehr, weil das ja suggerieren würde, dass der Matcha in Leipzig angebaut werden würde und das geht so auch nicht, wir sind immer noch in Deutschland!!

Tja, als Alleinstellungsmerkmal bliebe nun nur noch mein Face auf der Flasche. Und weil selbst das Fritz Cola besser kann, findet mein „grünes Teemischgetränk von Aleks“, wie es in den letzten Monaten des Firmenbestehens nur noch heißen würde, kaum noch Abnehmer.

Bevor es zu dieser Story kommt, dann eben doch keine Limo von mir. Schade, wäre ein cooles instagramfähiges Startup geworden.

Bis bald. Tschöö.

Entschleunigung

Manchmal bin ich müde. Tagelang müde. Und irgendwie wünsche ich mir heimlich eine Entschleunigung meines Lebens. Mehr Zeit fürs Bücherlesen. Mehr Zeit fürs Matcha-in-der-Sonne-trinken. Mehr Zeit zum Nachdenken.

Doch wie das immer so ist: entweder man hat viel Geld und wenig Zeit oder man hat viel Zeit und dafür wenig Geld. Und was soll ich sagen: im Gegensatz zu der üblichen Annahme, dass Bildung frei sein sollte, bezahlen sich die 10.000 Euro für das Studium nicht selbst ab.

Also geht’s wohl erstmal mit Vollgas weiter: unter der Woche werden 40 Stunden im Kindergarten gerockt und das Wochenende verbringe ich mit meinem Studium. 3 Jahre habe ich so noch vor mir.

Bis bald. Tschöö.

Treibt es bunt! Seid crazy!

Boah, um herauszufinden, wie langweilig unsere Gesellschaft ist, muss man nur einen Blick in die Fußgängerzone werfen. Alle haben sie schwarze, graue oder zumindest – wie sagt man so schön – „dezente“ Kleidung an. Kaum einer traut sich an Farbe heran oder wagt es, wahrscheinlich des Mainstreams wegen, stylisch mal komplett aus der aktuellen Mode auszusteigen.

Keine Ahnung, ob es an so einer Art Schwarmintelligenz liegt, dass wir diesen Einheitsbrei eben „schön“ finden oder ob es tatsächlich in unserer Gesellschaft so ist, dass man verdammt nochmal lieber nicht aus der Reihe tanzen sollte. Normal sein. Langweilig eben. Und das auf dem Land noch viel mehr als in einer Großstadt wie Leipzig.

Am liebsten sind mir ja die ganzen Instagram-Bekanntschaften, die immer mit clickbaitähnlichen Unterschriften wie „wir crazy Mädels“ versuchen, ihren Besuch in einer Cocktailbar abzufeiern. Kleiner Tipp: wer schreibt, dass er crazy ist, ist ganz sicher eins nicht: nämlich crazy! Zurück in der „realen Welt“ angekommen versinken sie dann wieder in der bedeutungslosen, angepassten Masse.

Wie ich auf dieses Thema komme, hat niemand gefragt? Gestern waren mein Freund und ich auf einem Konzert der Band „Bilderbuch“ – ein Träumchen, sage ich euch. Habe lange nicht mehr so ein gutes Konzert erlebt! Die Leute, die sich das Konzert angesehen haben, waren all das, was ich oben beschreibe, nicht! Unangepasste, dünne, dicke, rothaarige, blauhaarige, extravagente Brillenträger, also von mir aus „Hipster“, die sich offensichtlich keine Sorgen darüber machen, was die Anderen von ihnen denken mögen. (Oder vielleicht doch und gerade deshalb so ausgefallen gekleidet sind.)

Wie auch immer. Mein Appell an euch ist: treibt es bunt, seid von mir aus crazy, aber dafür richtig und nicht nur aus Prestigegründen. Eine Welt voller einzigartiger Charaktere, die so sind und so aussehen, wie sie gerne möchten, ist mir allemal lieber, als diese schwarz-graue Einheitsmasse, die keine eigene Meinung hat.

Bis bald. Tschöö.

Instafame fürn Arsch!

Vor einiger Zeit hat mal ein Instagramer mit gefühlt zehntausend Followern ein paar Tellonym-Fragen veröffentlicht. Eine davon war, ob er noch single sei. Er bejahte. Die Nachfrage war, wie das denn überhaupt sein könne bei seinem „geilen Aussehen“. Er antwortete überraschend ehrlich und gab zu, dass Instagram nicht sein wahres, sondern nur sein perfektes Ich abbildet. In der Realität fühlt er sich oft sehr einsam, unsicher und weiß mit sich nichts anzufangen. Das fand ich tatsächlich eine sehr mutige Aussage und andererseits sehr bezeichnend für diese ganzen „Influencer“ auf Instagram und Co, die am Ende zwar etwas Geld mit ihrem Account scheffeln, deren Leben aber in Wirklichkeit wahrscheinlich meistens ganz anders und viel weniger perfekt aussieht als die Darstellung, die man von ihnen online findet. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, unter welchen Druck diese Leute stehen, immer perfekt sein zu müssen.

Dieser Eintrag sollte ursprünglich ein Kommentar unter diesen Blogeintrag von Kevin werden.
Vielen Dank für die Anregung. Du hast in vielen Dingen so recht!

Bis bald. Tschöö.

Schlechtwettergedanken

Ich frage mich immer, warum sich die Menschen vom angeblich „schlechtem“ Wetter so sehr im Leben einschränken lassen. Schon mal mit Regenjacke und Schirm draußen gewesen? Das schlimmste was passieren kann: frische Luft, Erholung, sanftes Abschalten einer vielleicht anstrengenden Arbeitswoche. Sogar Fahrradfahren geht bei schlechtem Wetter!

Ich persönlich finde zwei Wetterlagen richtig geil: zum einen blauer Himmel, Sonnenschein, 25 Grad im Schatten. So ein typischer Sommertag halt. Auf der anderen Seite liebe ich so richtig stürmische Tage wie die vergangenen, Zuhause verbringend und es gut findend, dass die Menschheit sich so weit zivilisiert hat, dass man dieses wunderbar grausige Wetter von einer warmen, trockenen Stelle aus bewundern kann.

Bis bald. Tschöö.

Sind wir zu hysterisch?

Im Internet wird sich zerfleischt! Egal wie banal das Thema ist, egal wie verkürzt ein Zitat dargestellt wurde: irgendwie schaffen wir es immer wieder aus kleinen Dingen einen neuen Shitstorm zu generieren. Die Mücke zum Elefanten machen 2.0. Ein Wunder, dass wir es immer wieder schaffen neue Superlative zu erfinden.

Ich möchte damit nicht die Themen abwerten, um die es geht, stattdessen geht es mir um die Art und Weise, wie diese künstlich gehypt werden. Kaum hat man the one big thing gefunden, stürzen sich alle darauf. Am nächsten Tag jedoch ist alles schon wieder vergessen, weil man dem nächsten heißen Scheiß hinterher schreit.

Man könnte diesen Blog jetzt auf der einen Seite als Negativbeispiel sehen: ja, auch ich gebe zu jedem sinnlosen Thema meinen Senf dazu. Aber hej Freunde: das ist Demokratie. Jeder darf da mitmachen und seine Meinung sagen und reichweitenstärker als die Leserbriefe in Zeitungen (bäh! analoge Medien!) ist dieser Blog wohl nun auch nicht. Wer diesen linksgrünversüfften Quatsch (samt grammatikalisch hoch fragwürdigen Einschüben in Klammern, Bindestrichen und Nebensätzen) nicht aushält, muss ihn ja nicht lesen.

Auf der anderen Seite bin ich (im Gegensatz zu meinen Aktivitäten auf Twitter) auf diesem Blog nicht wirklich hysterisch. Meine hyperbolische Sprache ist hier eher Ausdruck sprachlichen Mittels und weniger von Hysterie. Meistens poste ich auch keine tagesaktuellen Themen, sondern fasse nach einigen Tagen meine Gedanken zur aktuellen Diskussion zusammen.

Die Lösung des Problems habe ich natürlich auch schon parat: seid einfach mal wieder nett zueinander. Hört auf, euch mit einem Shitstorm nach dem anderen zu überhäufen. Seid fair. Googlet Fakten (!). Und versucht Themen einfach mal wieder etwas rationaler zu diskutieren.

Ja, wir twittern und bloggen zu hysterisch. Unsere Meinung müssen wir kundtun, aber können wir uns nicht einfach wieder ein bisschen entspannen? Das würde unserer Gesellschaft und vor allem meiner Twitter-Timeline wirklich gut tun!

https://twitter.com/KuehniKev/status/1100727551754940416

Bis bald. Tschöö.

Warum trinken wir uns Dinge schön?

Nicht nur weil Fastenzeit ist, habe ich mir vorgenommen weniger Alkohol zu trinken, sondern weil es unter anderem auch ein Neujahrsvorsatz 2019 von mir ist. Ehrlich gesagt fällt es mir leichter als gedacht. Zwar hagelt es scheinbar auf einmal Anlässe zum Anstoßen, aber ich habe nun mal beschlossen frei zu machen – alkoholfrei.

Seitdem stelle ich mir die ein oder andere Frage, die mir im Rausch nie gekommen wäre. Warum trinken wir uns Dinge schön, zum Beispiel? Kurz zur Erklärung, wie ich darauf komme:

Gestern fand die allseits beliebte Gay-Party „KKBB“ statt. Einmal im Monat pilgern alle queeren Sachsen in die heimliche Landeshauptstadt (Dresden ist so uncool!) und feiern in einer vergleichsweise großen Kulisse, dem TwentyOne, die ganze Nacht durch. Klar, kein unvergesslicher Abend fängt mit den Worten „eine Apfelschorle, bitte“ an und schon gar nicht, wenn man sich vornimmt auf so eine Party zu gehen. Denn nüchtern, das war mir schon immer klar, macht diese Veranstaltung keinen Sinn. Was ist die Grundzutat für einen gelungen KKBB Abend? Alkohol! Denn ohne, erträgt man das Ganze nicht: ein Mix aus schlechter Musik, den immer gleichen Leuten und dem Gefühl, dass die Party jedes Mal ein bisschen weniger geil wird.

Warum tut man sich das dann aber an? Oder anders gefragt: warum trinkt man sinnlose Mengen Alkohol, um die Party auch nur ansatzweise erträglich zu machen, anstatt einen schönen Abend mit seinen Freunden zu Hause oder sonstwo zu verbringen und diesen wirklich schönen Moment mit einem Gläschen Wein oder einem leckeren, selbstgemachten Cocktail zu begießen? Und ja Freunde, ich kenne doch eure Vorglühsessions: wie schnell sind da bitte zwei Wodkaflaschen vernichtet – das hat wirklich nichts mehr mit Genuss zu tun. Schon gar nicht, wenn man sich regelmäßig – sagen wir realistischerweise: einmal pro Woche – einen Anlass sucht, um sich möglichst viel möglichst schnell hinter die Binde zu kippen.

Zusätzlich zu dieser Einsicht kommt noch hinzu, dass man als nichtalkoholisch trinkender Mensch in seiner Gruppe auf einmal quasi geächtet ist. „Ich hoffe du hörst bald wieder auf mit diesem Scheiß!“, „HÄ, was soll das?!“ oder „Wenn ihr Aleks überredet Alkohol zu trinken, haben wir doch noch Spaß!“ sind da nur drei Beispiele für eine Vielzahl von Sprüchen, die ich in vergangener Zeit zu hören bekommen habe (übrigens von den Leuten, die vier Stunden später vor die Disko kotzen).

Die soziale Anerkennung einer Droge, die nicht gerade harmlos für unseren Körper ist, wünsche ich mir da manchmal für andere Substanzen, die weitaus weniger schädlich sind. Doch bevor ich hier schon zum nächsten Thema übergehe, wünsche ich euch erstmal ein schönes Wochenende. Passt gut auf euch auf, egal ob mit Alkoholkonsum oder ohne.

Und feiert schön. Lasst euch von mir bloß nicht das Feiern vermiesen, nur weil ich hier (ausgerechnet zum Partysamstag) das Moralapostel raushängen lassen muss. :D

Bis bald. Tschöö.

Tinderst du noch oder jodelst du schon?

Kurze Frage in die Runde: wie relevant ist Facebook eigentlich noch? Meine These: gar nicht mehr!

Mal ganz ehrlich: wenn man sich auf dieser beinahe prähistorischen Internetplattform genauer umschaut, sind da doch nur noch schlecht gelaunte, aggressive, pöbelnde Trolle unterwegs. Und meine Eltern vielleicht noch und unter uns gesagt: spätestens wenn die eigenen Eltern Facebook Accounts haben, dann ist es allerhöchste Zeit dort abzuhauen.

Vielleicht, aber nur vielleicht, bin ich nicht der zuverlässigste Prädiktor, was Internetphänomene anbelangt: neulich habe ich da beispielsweise einen 5 Jahre alten Blogeintrag gefunden, in dem ich beschrieben habe, warum ich WhatsApp nicht mehr nutze und tjoa … eine halbe Dekade später stelle ich fest, dass ich so ziemlich die gleichen Hypothesen immer noch vertrete, sich in der Zwischenzeit jedoch kaum was am Nutzungsverhalten verändert hat.

Doch so langsam kommt Bewegung in die Sache: spielt noch jemand außer mir mit dem Gedanken, seinen Facebook Account komplett zu löschen oder hat das vielleicht sogar schon getan? So einen wirklichen Mehrwert, außer die tägliche Portion schlechte Laune, bietet Facebook ja eigentlich eh nicht mehr.

Nichtsdestotrotz sage ich Facebook nach wie vor keine ewig lange Zukunft mehr voraus, zumindest wenn sie so veränderungsscheu weitermachen wie bisher. Die Jugend, quasi Leute wie ich HA!, sind eh schon zu Instagram, Tellonym und Jodel weitergezogen. (Nicht wirklich.)

Bis bald. Tschöö.

Riechprobe

Neulich beim Kochen habe ich mich gefragt, ob schon mal jemand den Geruch meiner gerade kochenden Mahlzeit geschnuppert hat und sich dachte: „Hui, das würde ich jetzt auch gern essen.“ Fand den Gedanken irgendwie schön.

Bis bald. Tschöö.

Frühlings(rollen)gefühle

Endlich sind sie wieder da: die ersten warmen Tage des Jahres. Auch wenn ich befürchte, dass der Winter nochmal eiskalt zurückkommt, habe ich die ersten Sonnenstrahlen des Jahres zutiefst genossen.

Am Sonntag, kurz nachdem wir wieder in Deutschland gelandet sind, bin ich wegen des guten Wetters deshalb nochmal ein Stündchen durch den Park gejoggt. Wie die Hühner auf der Stange saßen sie da: all die Hipster auf der Sachsenbrücke, die kellerweißen Studenten am Karl-Heine-Kanal und die glücklichen, jungen Kleinfamilien am Elsterflutbecken.

Wo sind die Menschen eigentlich alle, wenn das Wetter schlecht ist? Egal, schließlich genieße auch ich das gute Wetter outside nun wieder in vollen Zügen. Überall sehe ich verliebte Paare, auch die ganzen Schwulen und Lesben trauen sich (2019 endlich) Hand in Hand durch den Park, ohne dass sie schief angeschaut werden. Das Leben (und Leipzig) kann so schön sein!

Der einzige Nachteil: jetzt sind auch wieder die Schönwetterradler unterwegs, die üblicherweise schon beim kleinsten Anzeichen von schlechtem Wetter das Fahrrad im Keller nach ganz hinten verstauen. Man erkennt sie an ihrem – sagen wir mal – unsicheren Fahrstil. Sonntagsfahrer eben. Und es sind viele. Aber das gehört Wohl oder Übel ebenso zum Frühlingsbeginn dazu, wie die Liebe in der Luft.

Bis bald. Tschöö.