Das ESC-Gefühl

Der Eurovision-Songcontest ist viel mehr als ein Gesangswettbewerb. Er verbindet Nationen, ist ein Lebensgefühl und nicht zuletzt ziemlich schwul. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich früher nicht bis zur Entscheidung wach bleiben durfte. In unserem kleinen Gartenhaus mit einer wirklich schlechten Satellitenverbindung schauten meine Eltern im Wohnzimmer und auch ich konnte aufgrund des Großereignisses nicht einschlafen und lauschte den Klängen des Nebenzimmers, dass nur durch einen Vorhang abgetrennt war. Guildo Horn? Oh nein. Und der glitzernde Stefan Raab? Peinlich! Dennoch alles Kult!

Trotz der jahrelangen schlechten Bilanz für Deutschland verlor man nicht die Lust am Schauen. Echte ESC-Fans sind treu. Und spätestens seit Lena ist auch jeder Durchschnittsfernsehschauer wieder voll dabei. Dieses Jahr macht (trotz Abwesenheit ProSiebens) sogar der Vorentscheid Freude, weil das Ganze von der großartigen Anke Engelke moderiert wird. Alle Jahre wieder … ein tolles Fernseherlebnis.

Achja: mein Liebling dieses Jahr ist Mia Diekow. Auch wenn sie mit aller Wahrscheinlichkeit nicht nach Malmö fahren wird.

Bis bald. Tschöö.

Aleks denkt nach!

Hallo, nach langer Überlegung starte ich hier nun doch eine neue Podcastreihe. „Aleks denkt nach“ wird sie heißen und was sich dahinter verbirgt, erfahrt ihr in der Folge 0 – einer Pilotausgabe dieser neuen Sendung. Feedback und Kritik ist wie immer gerne erwünscht.

Seltsame Heteros

Hetereosexuelle Männer kann man im Grunde genommen in drei Schubladen unterteilen:

a) der Homophobe
Die eher unangenehme Schublade, die man eigentlich mit einem zehnstelligen Sicherheitscode verschließen wöllte. Der Homophobe hasst schwule aus unterschiedlichsten Gründen. Entweder hat er Angst vorm Fremden, ist selbst latent schwul – kann sich aber nicht outen und muss deshalb mit Testosteron und schwulenfeindlichen Aussagen um sich werfen – oder er wurde durch Familie, Freunde und weiteres Umfeld homophob sozialisiert.

b) der Akzeptante (oder Akzeponkel)
Um das mal klar zu stellen: zwischen Toleranz („Ja, sei du mal schön schwul, aber halte dich bloß von meinem Popo fern!“) und Akzeptanz („Du bist schwul? Und warum hattest du gleich nochmal bedenken mir das zu sagen? Ist doch etwas ganz normales.“) liegen mindestens dreihundertvierundachzig Welten! Die Akzeptanzschublade ist toll. Noch nicht jeder Hetero kann von sich behaupten sich hier einsortieren zu können, aber unsere Gesellschaft ist auf einem guten Weg.

c) der „Ich bring‘ dich komplett durcheinander“-Typ
Ja, es gibt so etwas wie einen Gaydar. Jeder Schwule versucht in einem Sekundenbruchteil (teils unterbewusst) abzuchecken, ob das Gegenüber ein potentieller Partner sein könnte oder doch lieber Muschis krault (also die Haustiere…die Katzen…ihr wisst schon). Doch auf der Party gestern begegneten mir wieder einmal zwei Jungs, die wohl noch nicht so recht wussten, wen oder was sie toll finden. Er (hat eine Freundin) und Er² (single) befummeln sich ständig und machen mehr als anzügliche Bemerkungen, was meinen Gaydar komplett aus dem Konzept gebracht hat. „KRABUMM!“, das Mainboard meiner schwulen Rechenzentrale ist hinüber. Wie kann man den ganzen Abend so schwul tun ohne es tatsächlich zu sein? Zu kompliziert für mein Weltbild, das bisher nur zwischen Hetero-Typ a) und b) unterschied. Soll das nun eine Anspielung von wegen „Hej ihr zwei, wir beiden würden uns auch gerne mal ausprobieren“ sein oder machen die sich gerade über uns lustig? Ich schätze eher ersteres. Ungeoutete Bi-Männer, die mit ein klein wenig Alkohol alles mit sich machen lassen würden. Oh … Kopfkino aus. Kopfkino aus!!

Bis bald. Tschöö.

Bahnhofsidylle

„Vorsicht bei der Einfahrt am Gleis 1.“ Eine gewisse Romantik hat das alles hier ja schon. Der Schaffner spuckt in seine Pfeife, die Türen schließen sich piepsend, der Zug fährt mit rauschendem Krabumm los.

Einfach einsteigen und überall auf der Welt hinfahren können. Dieses klitzekleine Gefühl der Freiheit – oder zumindest dessen theoretische Möglichkeit – und gleichzeitig dieses „Hier bin ich Daheim“ hat mich schon immer fasziniert. Nirgendwo anders hat man Heim- und Fernweh zugleich.

Mindestens 30 mir fremde Menschen steigen aus dem Zug, der gerade eingefahren ist. Wo die wohl herkommen? Ob sie hier wohnen oder dieser Bahnhof nur eine Zwischenstation für sie ist? Wer sind diese Menschen, was machen sie beruflich? Der hier ist doch ganz bestimmt schwul.

Junge, junge.

„Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich Willkommen in Plauen / Hauptbahnhof.“ Hachja…home sweet home.

Bis bald. Tschöö.

Outing!

Ich gebe es zu: ich bin doch heterosexuell. Ja, manchmal muss man eben ungewöhnliche Wege gehen, um an Frauen ran zukommen. Und zu sagen, dass man auf Jungs steht, ist die eben die einfachste Möglichkeit. (Und mal ehrlich. Wer wirklich geglaubt hat, ich wäre schwul, hat echt Tomaten auf den Augen.)

Da ich mein Ziel fast erreicht habe und kurz vor einer Beziehung stehe, sage ich euch heute somit einfach die Wahrheit. Nochmal in aller Deutlichkeit: ich steh‘ nicht auf Jungs, sondern bin auf dem anderen Ufer der Sexualität.

Ich mag Möpse, Mösen,… Ach ihr wisst schon. Ähm…sorry an meinen bisherigen schwulen Freund. Aber du bist auch nett. Die vergangenen 3 Jahren Scheinbeziehung waren eigentlich recht schön! :-)

// Edit 20:53 Uhr: April, April! (Das nächste Mal deaktiviere ich lieber die Kommentarfunktion, ihr Spielverderber! :D)

Bis bald. Tschöö.

Darf ich vorstellen? Das ist Siggi.

Siggi hat bereits 45000 Kilometer auf dem Buckel. Kein Wunder, dass man da die ein oder andere (fast unsichtbare) Schramme hat. Er flitzt mit seinem 69-PS-starken Dieselmotor durch die Welt und hoffentlich auch bald durch Plauen.

Morgen entscheidet sich, ob Siggi meins wird und vor allem wieviel Scheinchen ich dafür rüber wachsen lassen muss. Am liebsten würde ich ihn heute schon abholen.

Bis bald. Tschöö.

07.07.2009 – Tre Fontane

Hallo liebes Reisetagebuch,
heute ist das erste Mal schlechtes Wetter. Also was für Sizilien eben schlechtes Wetter ist. 25 Grad und ein bisschen neblig. Die Sonne kommt zwar immer mal zwischen den Nebelwolken hervor, aber so richtig klappts dann doch nicht. Perfektes Wetter also, um sich mal wieder an den PC zu setzen und einen kleinen Text für den beliebtesten Internetblog der Welt zu schreiben.

Meine Eltern sind echt schlimm. Eigentlich haben wir ja in den zwei Wochen Urlaub auch jede Menge „Ruhetage“ eingeplant. Also Tage an denen wir nichts machen, außer faul am Strand liegen und uns bräunen. Dank meines Vater wird das aber warscheinlich nicht ein einziges Mal der Fall sein. Denn ihm wird immer sowas von schnell langweilig, dass wir bisher jeden Tag in irgendeine Stadt gefahren sind um uns sie und ihre Sehenswürdigkeiten anzuschauen (mehr dazu im Podcast). Sightseeing auf hohem Niveau. Und das bei den Temperaturen … da kann man sich ja denken wie fertig wir abends immer ins Bett fallen.

Gestern war’s besonders schlimm. Da haben wir uns gleich 3 (!!) Städte auf einmal angeschaut. Segesta mit einem wahnsinnig gut erhaltenen Tempel und einem uralten Theater (sieht aus wie das Kollosseum in klein), Erice (einer Stadt in 900 Metern höhe auf einem Kalkfelsen … geile Aussicht!! [siehe Fotos]) und dann im Grunde genommen noch Mazara del Vallo, obwohl wir dort ja schonmal waren und gestern nur einen Zwischenstopp für einen Klo- und Eispause eingelegt haben.

Heute wird es hoffentlich nicht so anstrengend, da das Wetter halt nicht so argh pervers ist.

Das tollste ist aber immernoch, dass ich bei dem Café-Besitzer nachgefragt habe, ob ich an seinen PC kann und er sogar sofort zugestimmt hat. Kostenloses Internet 2200 km entfernt von der Heimat. Was besseres gibt es doch nicht! :D Ich hoffe mal das klappt diesen Freitag nochmal genauso, damit ich 2 Podcasts online stellen kann und diese Texte hier. Ist irgendwie komisch, da ich alles schon eine Woche vorher „vorschreibe“ und „vorproduziere“ an meinem Laptop und das später dann erst bei dem Typen online stellen kann. Also falls es zumindest nochmal klappt. Wenn nicht dann muss ich wohl mit dem Internetcafé zurande kommen. Aber ob ich da meinen Harald per USB anstecken kann ist natürlich fraglich. Ach das wird schon, wenn nicht, dann stelle ich das alles eben erst online, wenn wir wieder in Deutschland sind. Ist ja auch nicht so schlimm, aber schade wärs halt schon.

Wow, das war mal wieder ein langer Text. So lange Beiträge seid ihr ja gar nicht von mir gewohnt. Aber das ist ja auch eine Ausnahmesituation! :D

Also: bis bald. Man hört / sieht / schreibt sich und ansonsten … schicke ich euch liebe Grüße aus dem warmen Sizilien in die Heimat! Ich habe euch immer noch lieb (vor allem mein Schatz :P)!

Bis bald. Tschöö.

05.07.2009 – Tre Fontane

Hallo liebes Reisetagebuch,
ich habe mir seit der Ankunft hier in Sizilien nicht einmal die Haare geglättet. Darauf bin ich ziemlich stolz. Denn ich als geouteter Haarfetischist bekomme normalerweise sofort Depressionen wenn ein einzelnes davon mal nicht genau so sitzt, wie ich es von ihm erwarte. So wandle ich also hier in Sizilien (nach dem Motto wo mich niemand kennt, ist mir auch nichts peinlich) als Lockenkopf durch die Welt und finde das richtig toll. Sich endlich mal nicht um das eigene Haupt kümmern zu müssen, ist richtig befreiend, wo ich doch sonst am liebsten alle paar Minuten in den Spiegel schauen würde, ob noch alles in Ordnung ist. Klappt bisher alles ohne Nervenzusammenbrüche diese Buschhaar-Aktion. Sitzt, wackelt und hat Luft. Vor allem wackeln und Luft.

Was ich eigentlich schreiben wollte ist, dass ich gerade auf der wunderschönen Terrasse unseres Hauses sitze und einen wunderschönen Blick auf das vom Mondschein schimmernde Meer habe. Kerzenschein und eine miauende Katze machen den romantischen Abend (ohne Eltern) noch (fast) perfekt. Mein rechter, rechter Platz ist leer, ich wünsche mir den Schatzn her!

An die brechende Hitze gewöhne ich mich langsam. Genauso wie an das kalte Wasser, wobei ich die Vermutung habe, dass das von Tag zu Tag wärmer wird und sich nachts kaum abkühlt, und an die vielen Italiener hier gewöhne ich mich auch. Denn wir sind so gut wie die einzigen Ausländer auf Sizilien. Normalerweise machen hier nur „Einheimische“ Urlaub, da selbst die bis zu 12 Stunden Autofahrt hinter sich haben, wenn sie aus Italien hier anreisen. Man muss also schon ziemlich bekloppt sein, wenn man aus Deutschland mit dem Auto hier anreist. Und das sind wir ja zu genüge. So eine gesunde Beklopptheit ist schon was praktisches.

Das ist also der status quo. Mein aktuelles Befinden. Ja … mir geht’s gut. Macht euch keine Sorgen. Alles bestens. Ja klar habe ich genug zu essen. Ja, ich kreme mich auch immer schön ein, damit ich keinen Sonnenbrand bekomme. Natürlich spreche ich nicht mit fremden (hübschen, erotischen, sexy gebräunten, charmanten) Italienern (gibt es eigentlich schwule Italiener? Wohl eher nicht … Machos!) Und ja, wir fahren immer schön langsam und vorsichtig.

Das einzige was mir fehlt, ist jetzt eigentlich nur noch mein Schatz. Und das schreibe ich nicht, weil er es mir befohlen und sogar mit Sexentzug gedroht hat, falls ich es nicht tue, sondern weil es wirklich so ist. Zweieinhalb Wochen sind einfach viel zu viel für den aleks’schen Aleks. Deshalb lege ich mich jetzt noch ein bisschen auf einen klappbaren Klappstuhl und höre musikalische Musik, während ich den mondigen Mond betrachtend betrachte.

Genug Schwachsinn für heute. Grüße in die Heimat und macht euch nichts daraus, wenn das Wetter scheiße ist. hihihiHihihihiHIHIHI MUHAHAHA HA HA HA! Hier sind sogar nachts noch kuschelige 26 Grad (im Schatten, wenn man’s so sieht). Sizilien ist toll!

Bis bald. Tschöö.

02.07.2009 – Tre Fontane

Hallo liebes Reisetagebuch,
ich liege gerade auf dem Bett, das nun für zwei Wochen meines sein wird. Kaum vorzustellen, dass man über 2000 Kilometer von Zuhause und mindestens halb soviel auch von seinem Freund entfernt ist. Über die Anreise möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren, da ich darüber sowieso noch einen Podcast online stellen werde, deshalb wird es die ausführlichen Texte wohl erst in den nächsten Auszügen zu lesen geben. Jedenfalls sind wir vorhin halb 10 nach einer zweitägigen Fahrt sicher und ohne Probleme hier angekommen. Die nette Frau, die ihr Sommerhaus hier anbietet, hat uns die Räumlichkeiten gezeigt und alle Geräte erklärt. Die ist wirklich nett und ich glaube, falls wir hier mal Schwierigkeiten oder Fragen haben sollten, dann hilft die uns ohne Wenn und Aber. Da es jetzt aber auch schon wieder halb 11 nachts ist, ich demnach seit 18 Stunden auf den Beinen (beziehungsweise den Rädern) war, gehe ich nun in mein Bett und empfehle euch ganz einfach mal den Podcast, den ich morgen früh um 6 (habe mir den Wecker gestellt!) aufnehmen werde. Da werde ich die letzten zwei Tage mal Revue passieren lassen und euch von allem berichten.

Liebe Grüße aus Sizilien. Bis bald. Tschöö.

Nappod #001 – Hupen

Hier ist der erste Nappod – ein Podcast von und mit Tino und Aleks. Heute mit folgenden Themen: