Preschoolers For Future

Morgen gehen wir mit unseren Vorschülern zur hiesigen „Fridays For Future“ Demonstration. Wie ihr über die Medien vielleicht mitbekommen habt, demonstrieren Schüler dort jeden Freitag für eine bessere Klimapolitik. Welcher Ort könnte also besser geeignet sein, um Kindern Demokratie, Teilhabe und Mitsprache zu verdeutlichen? Nicht nur in unsere Konzeption sind Demokratie- und Umweltbildung wichtige Ansatzpunkte. Auch unsere Kinder setzen sich stark mit dem Thema Natur, Pflanzen und Tiere auseinander. Wir Erzieher – und nicht zuletzt auch die Kinder – finden, dass es sich lohnt, sich demokratisch in einer Gesellschaft zu engagieren. Und dass es überhaupt nicht darauf an kommt, wie alt man ist. Im Gegenteil: schließlich müssen unsere Kinder irgendwann mal mit der Umwelt auskommen, die wir jetzt gerade ausbeuten und zerstören, also sollte insbesondere diese Generation auf Themen aufmerksam machen dürfen, die vorrangig sie betreffen. Aus diesen Gründen gehen wir morgen zur Demo und sind quasi die „Preschoolers For Future“.

Passend zum Thema kann ich euch (und jedem sogenannten „Klimaskeptiker“ übrigens folgendes Video von Harald Lesch empfehlen, indem das „AfD-Klimaquiz“ wissenschaftlich auf seinen Wahrheitsgehalt geprüft wird. Sehr, sehr interessant.

Bis bald. Tschöö.

Don’t feed the trolls!

Sorry, Leute, ich muss zu Beginn erstmal rumheulen, bevor es ans eigentliche Thema geht: ich bin gerade dabei die erste Hausarbeit meines Studiums zu schreiben und versage dabei auf ganzer Linie so unfassbar hart! Offensichtlich bin ich kognitiv nicht mehr in der Lage ein Thema zu erfassen und dieses wissenschaftlich fundiert auf 15 Seiten darzulegen. Keine Ahnung, was los ist, aber es scheint, als wäre ich in den letzten Jahren statt klüger einfach dümmer geworden. Dass dieser Blog mit meinen rhetorischen Fähigkeiten – sagen wir mal – eher negativ korreliert scheint evident, aber ist es schon so schlimm, dass ich gar nix mehr auf die Reihe bekomme? So fühlt es sich zumindest an. [Hier einen heulenden Aleks einfügen.] Sollte ich mein Studium doch mal irgendwann fertig bekommen, wäre das aus heutiger Sicht ein wahres Wunder …

Egal. Eigentlich soll es heute um die ganzen Spinner gehen, die irgendwelchen Müll ins Internet posaunen, nur um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Dieses Thema beschäftigt mich schon seit einiger Zeit. Bücher mit Namen wie „mit Rechten reden“ (Leo, Steinbeis, Zorn) oder „Würde“ (Hüther) geben zwar interessante Anregungen, aber konstruieren keine wirklichen Lösungsansätze.

Die einzig sinnvolle Verhaltensweise in Bezug auf diese Spinner scheint, sich einfach gar nicht auf eine Diskussion mit Nazis, Homophoben, Verschwörungstheoretikern und anderen Misanthropen einzulassen und ihnen damit das zu entziehen, was sie doch so dringend brauchen: unser aller Aufmerksamkeit.

Eine Zeit lang habe ich versucht das Ganze mal umzudrehen und es mir zum Hobby gemacht, täglich mindestens fünf Minuten auf der AFD Facebook Seite zu verbringen, um die Welt mit ein paar netten, faktenbasierten Kommentaren ein bisschen besser zu machen. Ein wohltätiger Troll sein, quasi. Frei nach Reconquista Internet.

Genutzt hat dieser Tropfen auf den heißen Stein aber zugegebenermaßen wenig, stattdessen habe ich Tag für Tag einen größeren Hass auf Facebook und die ganzen rechten Trolle da entwickelt. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mich eigentlich nur noch dort löschen will, weil ich keinen Mehrwert mehr in diesem Social Network sehe. Ja, man sollte es nicht tun, mit Rechten reden. Don’t feed the trolls!

Bis bald. Tschöö.

Instafame fürn Arsch!

Vor einiger Zeit hat mal ein Instagramer mit gefühlt zehntausend Followern ein paar Tellonym-Fragen veröffentlicht. Eine davon war, ob er noch single sei. Er bejahte. Die Nachfrage war, wie das denn überhaupt sein könne bei seinem „geilen Aussehen“. Er antwortete überraschend ehrlich und gab zu, dass Instagram nicht sein wahres, sondern nur sein perfektes Ich abbildet. In der Realität fühlt er sich oft sehr einsam, unsicher und weiß mit sich nichts anzufangen. Das fand ich tatsächlich eine sehr mutige Aussage und andererseits sehr bezeichnend für diese ganzen „Influencer“ auf Instagram und Co, die am Ende zwar etwas Geld mit ihrem Account scheffeln, deren Leben aber in Wirklichkeit wahrscheinlich meistens ganz anders und viel weniger perfekt aussieht als die Darstellung, die man von ihnen online findet. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, unter welchen Druck diese Leute stehen, immer perfekt sein zu müssen.

Dieser Eintrag sollte ursprünglich ein Kommentar unter diesen Blogeintrag von Kevin werden.
Vielen Dank für die Anregung. Du hast in vielen Dingen so recht!

Bis bald. Tschöö.

Kotzeritis

Ist euch schon mal aufgefallen, dass mittlerweile in jedem, wirklich JEDEM Film und jeder Serie gekotzt wird? Egal ob Komödie, Horrorstreifen oder Doku: mindestens einmal übergibt sich einer – meistens praktischerweise der Protagonist. Mit dem kann man sich schließlich am ehesten identifizieren. Als ob man in der Realität auch ständig nur am brechen wäre. Weiß ja nicht wie euer Leben aussieht, aber mein Körper ist, was das reihern angeht (ja, ich verwende beim Schreiben gerade ein Synonymwörterbuch) recht human.

Auf jeden Fall beobachte ich dieses Phänomen schon seit längerem und jedes Mal, wenn sich wieder einer sein Essen nochmal durch den Kopf gehen lässt, kommt mir der Gedanke, dass irgendwo auf dieser Welt gerade ein Kunstkotzehersteller auf seiner von meinen Netflixgebühren finanzierten Yacht rumchillt.

Apropos Filme und so. Netflix hat zurzeit mal wieder eine richtig geile, sehenswerte Serie am Start. „Love, Death + Robots“ heißt das Ding und ist fast ausschließlich animiert. Jede kurze Folge ist von einem anderen Künstler und erzählt eine neue Geschichte, die im weitesten Sinne was mit – Achtung jetzt kommt’s – Liebe, Tod und/oder Robotern zutun hat.

Dass das Ganze erst ab 18 ist, merkt man schon nach den ersten Minuten. Was da alles abgeschlachtet und rumgefickt wird … holla die Waldfee! Gekotzt wird natürlich auch. Da ich an dieser Stelle aber nicht groß rumspoilern will, gibt’s lediglich den Schaubefehl für „Love, Death + Robots“, die Serie, die euch gefallen wird, wenn ihr auf hammerhart gut gemachte, teils real wirkende Animationen und Serien wie „Blackmirror“ steht.

Und wenn ihr jemanden kotzen seht, denkt an mich und diesen Blogartikel.

Bis bald. Tschöö.

Ich will eine Apple Card !!!

Mit der heutigen Keynote hat Apple es nach langer Zeit mal wieder geschafft bei mir dieses – nennen wir es mal – „Steve Jobs“-Gefühl zu erzeugen. Mein persönliches „One More Thing“, das dieses Mal vorgestellt wurde, ist bei aller Liebe nicht dieses langweilige Apple TV+ Gedöns (Netflix ist konkurrenzlos!), sondern die …

Apple Card

Erst dachte ich: eine Kreditkarte? Ist das nicht ein Rückwärtsschritt? Nach und nach wurde aber die Idee dahinter präsentiert – eine virtuelle Karte – und was soll ich sagen: mit dem Einstieg in das Bankenwesen geht es bei Apple ganz schön voran. Die Apple Card wird es zwar auch physisch geben, aber schon alleine die virtuelle Variante ist sowas von hot, hot, hot! Hat man früher noch Apps wie MoneyBook nutzen müssen, macht die Apple Card das nun alles von selbst: die Kontodarstellung ist, wie man das von der Apfelfirma kennt, optisch einfach praktisch und schick.

Das Beste: das ganze soll angeblich nichts kosten. Wer braucht da bitte noch Banken? Und mit der appleeigenen Kreditkarte macht Apple Pay nun wirklich final Sinn.

Okay, die Partner Goldman Sachs und Maestro Card sind jetzt nicht die Konzerne, die sich der Weltfrieden verschrieben haben, trotzdem glaube ich Tim Cock, wenn er sagt „Apple hat schon immer versucht, die Welt ein bisschen besser zu machen“. Der Spirit passt. Was in der Keynote immer wieder betont wurde: Privatsphäre und Datensicherheit haben höchste Priorität. Niemand außer ich soll wissen, was ich wo gekauft habe und wie viel es gekostet hat.

Allerdings ist und bleibt das Ganze wohl erstmal ein American Dream. Denn wie so viele andere neue Services von Apple, konzentriert sich der Megakonzern vorerst auf den US-amerikanischen Markt. Im Sommer startet dort dieser neue Service. Bislang können wir hier in Deutschland ja noch nicht mal flächendeckend mit Apple Pay bezahlen, zumindest mit Kreditkarten der meisten Banken (und meine ist schlicht nicht mit dabei). Mal schauen, ob ich es vor Renteneintritt noch erleben darf, mal bei Aldi mit meinem Smartphone zu bezahlen. (Ich kann nicht solange warten!!)

Während sich in Deutschland noch mit den Banken über diverse Provisionen gestritten wird, geht man mit der amerikanischen Apple Card mittlerweile sogar schon einen Schritt weiter: man bekommt Geld fürs Geld ausgeben, das nennt sich „Daily Cash“. Für Bezahlungen an Apple gibt es 3 Prozent, für alle anderen 2 Prozent und für Bezahlungen, die man mit der physischen Karte tätigt 1 Prozent Cashback. Fühlt sich so ein bisschen wie Payback+ an, aber in Zeiten von Negativzinsen macht es wohl Sinn, seine Kunden fürs Geldausgeben zu belohnen und somit an sein Produkt zu binden.

Für ein „healthier financial life“ soll die Apple Card da sein, heißt es. Ob das wirklich zutrifft, wenn man auf einmal soviel Spaß beim Geldausgeben hat, weiß ich jedoch nicht so genau. Dieses Cashbacksystem hat ja fast schon Gamingcharakter. Und darauf bin ich Techniknerd schon sehr gespannt. Ich hoffe, dass wir hier in Deutschland nicht allzu lange warten müssen. Kritische Anmerkungen? Niemals! Apple ist ein gutes Unternehmen, also immer her mit der Apple Card! XD

Bis bald. Tschöö.

Raus aus dem Einheitsbrei!

Wie Kevin hier schon erwähnte, ist der Queens-Film „Bohemian Rhapsody“ tatsächlich extrem sehenswert. Beim Schauen fühlte ich mich in eine Zeit zurückversetzt, in der ich nicht mal gelebt habe. Fazit: die 60er/70er/80er und 90er sind viel besser als das Beste von heute! Wie gerne würde man einfach mal in der Zeit zurück springen und ganz ohne den ganzen Scheiß leben, der uns heute plagt. Man hat halt dann den Scheiß von damals, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass selbst der besser war.

Ich will nur sagen: cineastisch ist der Film ein absolutes Meisterwerk und hat jeden seiner vier Oscars eindeutig verdient! Vor allem der Hauptdarsteller Rami Malek, der den genialen Freddie Mercury spielt, ist die heißeste Sau auf Erden und schon ein Grund, den Film unbedingt zu sehen.

Ein weiterer Gedanke geht mir seit Bohemian Rhapsody aber nicht mehr aus dem Kopf: wie langweilig ist bitte unser aller Leben? Der typische Alltag sieht doch bei fast allen Menschen folgendermaßen aus: morgens aufstehen, auf Arbeit gehen, abends was nettes im Fernsehen schauen, schlafen und das Ganze von vorn. Fünf Tage die Woche. „Am Wochenende geht’s was Schönes kaufen, fertig ist der Einheitsbrei“, singt schon Sarah Lesch in ihrem kapitalismuskritischen Song „Testament“. Und wofür das Ganze? Um circa 30 Tage im Jahr Geld für einen Urlaub zu haben, in dem wir auch nicht sehr viel mehr machen als schlicht Dinge zu konsumieren.

Der Gedanke, ab und zu mal aus dem Alltag auszubrechen und wilde, verrückte, risikoreiche Dinge zu tun, so wie Freddie, ist doch eigentlich ganz schick. Für ihn gab es wahrscheinlich nie so etwas wie Alltag. Er wollte immer mehr und alles ging immer noch ein kleines Stückchen besser. Genau mit dieser Einstellung im Leben hat er Fußstapfen hinterlassen.

Keine Sorge: ich bin jetzt nicht in so einer Art Midlife-Crisis oder so. Im Gegenteil: eigentlich finde ich mein Leben zurzeit ganz gut, auch wenn ich die Definition von „langweiliger Normalo“ bin, der wohl nach seinem Tod nicht wirklich lange in Erinnerung bleibt. Aber Fußstapfen setzen? Naja vielleicht. Zumindest kann ich in meinem Job als Erzieher Tag für Tag kleine Menschen in den Start ihres Lebens begleiten und habe somit Einfluss auf die wohl wichtigste Phase in deren Leben. Das ist schon verantwortungsvoll.

Und für mein Privatleben nehme ich mir – inspiriert von Bohemian Rhapsody – vor, etwas weniger Konsument, sondern noch viel mehr Produzent meines Lebens zu sein und die Zeit mit den tollen Menschen zu genießen, die ich um mich habe. Ob das die Intention des Filmes war, wage ich zwar zu bezweifeln, doch wäre das doch der Beweis dafür, dass jeder das für sich mit Kunst macht, was er gerade braucht.

Bis bald. Tschöö.

Ghost Restaurants!?

Ich lese mich gerade in das Thema „Vertical Kitchen“ ein. Gar nicht mal so unspannend zu erfahren, wie sich parallel zum Einzelhandel aufgrund von Amazon, durch Plattformen wie Lieferheld auch unsere innerstädtischen Restaurants verändern. Es ist natürlich ein leichtes auf die großen Versandriesen oder Lieferdienste zu schimpfen, doch eigentlich ist es ja unser bequemes Bestellverhalten, das diese Entwicklung fördert. Oben verlinkten Artikel kann ich euch zum Einlesen in das Thema auf jeden Fall sehr empfehlen.

Bis bald. Tschöö.

Schlechtwettergedanken

Ich frage mich immer, warum sich die Menschen vom angeblich „schlechtem“ Wetter so sehr im Leben einschränken lassen. Schon mal mit Regenjacke und Schirm draußen gewesen? Das schlimmste was passieren kann: frische Luft, Erholung, sanftes Abschalten einer vielleicht anstrengenden Arbeitswoche. Sogar Fahrradfahren geht bei schlechtem Wetter!

Ich persönlich finde zwei Wetterlagen richtig geil: zum einen blauer Himmel, Sonnenschein, 25 Grad im Schatten. So ein typischer Sommertag halt. Auf der anderen Seite liebe ich so richtig stürmische Tage wie die vergangenen, Zuhause verbringend und es gut findend, dass die Menschheit sich so weit zivilisiert hat, dass man dieses wunderbar grausige Wetter von einer warmen, trockenen Stelle aus bewundern kann.

Bis bald. Tschöö.

Sind wir zu hysterisch?

Im Internet wird sich zerfleischt! Egal wie banal das Thema ist, egal wie verkürzt ein Zitat dargestellt wurde: irgendwie schaffen wir es immer wieder aus kleinen Dingen einen neuen Shitstorm zu generieren. Die Mücke zum Elefanten machen 2.0. Ein Wunder, dass wir es immer wieder schaffen neue Superlative zu erfinden.

Ich möchte damit nicht die Themen abwerten, um die es geht, stattdessen geht es mir um die Art und Weise, wie diese künstlich gehypt werden. Kaum hat man the one big thing gefunden, stürzen sich alle darauf. Am nächsten Tag jedoch ist alles schon wieder vergessen, weil man dem nächsten heißen Scheiß hinterher schreit.

Man könnte diesen Blog jetzt auf der einen Seite als Negativbeispiel sehen: ja, auch ich gebe zu jedem sinnlosen Thema meinen Senf dazu. Aber hej Freunde: das ist Demokratie. Jeder darf da mitmachen und seine Meinung sagen und reichweitenstärker als die Leserbriefe in Zeitungen (bäh! analoge Medien!) ist dieser Blog wohl nun auch nicht. Wer diesen linksgrünversüfften Quatsch (samt grammatikalisch hoch fragwürdigen Einschüben in Klammern, Bindestrichen und Nebensätzen) nicht aushält, muss ihn ja nicht lesen.

Auf der anderen Seite bin ich (im Gegensatz zu meinen Aktivitäten auf Twitter) auf diesem Blog nicht wirklich hysterisch. Meine hyperbolische Sprache ist hier eher Ausdruck sprachlichen Mittels und weniger von Hysterie. Meistens poste ich auch keine tagesaktuellen Themen, sondern fasse nach einigen Tagen meine Gedanken zur aktuellen Diskussion zusammen.

Die Lösung des Problems habe ich natürlich auch schon parat: seid einfach mal wieder nett zueinander. Hört auf, euch mit einem Shitstorm nach dem anderen zu überhäufen. Seid fair. Googlet Fakten (!). Und versucht Themen einfach mal wieder etwas rationaler zu diskutieren.

Ja, wir twittern und bloggen zu hysterisch. Unsere Meinung müssen wir kundtun, aber können wir uns nicht einfach wieder ein bisschen entspannen? Das würde unserer Gesellschaft und vor allem meiner Twitter-Timeline wirklich gut tun!

https://twitter.com/KuehniKev/status/1100727551754940416

Bis bald. Tschöö.

Warum trinken wir uns Dinge schön?

Nicht nur weil Fastenzeit ist, habe ich mir vorgenommen weniger Alkohol zu trinken, sondern weil es unter anderem auch ein Neujahrsvorsatz 2019 von mir ist. Ehrlich gesagt fällt es mir leichter als gedacht. Zwar hagelt es scheinbar auf einmal Anlässe zum Anstoßen, aber ich habe nun mal beschlossen frei zu machen – alkoholfrei.

Seitdem stelle ich mir die ein oder andere Frage, die mir im Rausch nie gekommen wäre. Warum trinken wir uns Dinge schön, zum Beispiel? Kurz zur Erklärung, wie ich darauf komme:

Gestern fand die allseits beliebte Gay-Party „KKBB“ statt. Einmal im Monat pilgern alle queeren Sachsen in die heimliche Landeshauptstadt (Dresden ist so uncool!) und feiern in einer vergleichsweise großen Kulisse, dem TwentyOne, die ganze Nacht durch. Klar, kein unvergesslicher Abend fängt mit den Worten „eine Apfelschorle, bitte“ an und schon gar nicht, wenn man sich vornimmt auf so eine Party zu gehen. Denn nüchtern, das war mir schon immer klar, macht diese Veranstaltung keinen Sinn. Was ist die Grundzutat für einen gelungen KKBB Abend? Alkohol! Denn ohne, erträgt man das Ganze nicht: ein Mix aus schlechter Musik, den immer gleichen Leuten und dem Gefühl, dass die Party jedes Mal ein bisschen weniger geil wird.

Warum tut man sich das dann aber an? Oder anders gefragt: warum trinkt man sinnlose Mengen Alkohol, um die Party auch nur ansatzweise erträglich zu machen, anstatt einen schönen Abend mit seinen Freunden zu Hause oder sonstwo zu verbringen und diesen wirklich schönen Moment mit einem Gläschen Wein oder einem leckeren, selbstgemachten Cocktail zu begießen? Und ja Freunde, ich kenne doch eure Vorglühsessions: wie schnell sind da bitte zwei Wodkaflaschen vernichtet – das hat wirklich nichts mehr mit Genuss zu tun. Schon gar nicht, wenn man sich regelmäßig – sagen wir realistischerweise: einmal pro Woche – einen Anlass sucht, um sich möglichst viel möglichst schnell hinter die Binde zu kippen.

Zusätzlich zu dieser Einsicht kommt noch hinzu, dass man als nichtalkoholisch trinkender Mensch in seiner Gruppe auf einmal quasi geächtet ist. „Ich hoffe du hörst bald wieder auf mit diesem Scheiß!“, „HÄ, was soll das?!“ oder „Wenn ihr Aleks überredet Alkohol zu trinken, haben wir doch noch Spaß!“ sind da nur drei Beispiele für eine Vielzahl von Sprüchen, die ich in vergangener Zeit zu hören bekommen habe (übrigens von den Leuten, die vier Stunden später vor die Disko kotzen).

Die soziale Anerkennung einer Droge, die nicht gerade harmlos für unseren Körper ist, wünsche ich mir da manchmal für andere Substanzen, die weitaus weniger schädlich sind. Doch bevor ich hier schon zum nächsten Thema übergehe, wünsche ich euch erstmal ein schönes Wochenende. Passt gut auf euch auf, egal ob mit Alkoholkonsum oder ohne.

Und feiert schön. Lasst euch von mir bloß nicht das Feiern vermiesen, nur weil ich hier (ausgerechnet zum Partysamstag) das Moralapostel raushängen lassen muss. :D

Bis bald. Tschöö.

Tinderst du noch oder jodelst du schon?

Kurze Frage in die Runde: wie relevant ist Facebook eigentlich noch? Meine These: gar nicht mehr!

Mal ganz ehrlich: wenn man sich auf dieser beinahe prähistorischen Internetplattform genauer umschaut, sind da doch nur noch schlecht gelaunte, aggressive, pöbelnde Trolle unterwegs. Und meine Eltern vielleicht noch und unter uns gesagt: spätestens wenn die eigenen Eltern Facebook Accounts haben, dann ist es allerhöchste Zeit dort abzuhauen.

Vielleicht, aber nur vielleicht, bin ich nicht der zuverlässigste Prädiktor, was Internetphänomene anbelangt: neulich habe ich da beispielsweise einen 5 Jahre alten Blogeintrag gefunden, in dem ich beschrieben habe, warum ich WhatsApp nicht mehr nutze und tjoa … eine halbe Dekade später stelle ich fest, dass ich so ziemlich die gleichen Hypothesen immer noch vertrete, sich in der Zwischenzeit jedoch kaum was am Nutzungsverhalten verändert hat.

Doch so langsam kommt Bewegung in die Sache: spielt noch jemand außer mir mit dem Gedanken, seinen Facebook Account komplett zu löschen oder hat das vielleicht sogar schon getan? So einen wirklichen Mehrwert, außer die tägliche Portion schlechte Laune, bietet Facebook ja eigentlich eh nicht mehr.

Nichtsdestotrotz sage ich Facebook nach wie vor keine ewig lange Zukunft mehr voraus, zumindest wenn sie so veränderungsscheu weitermachen wie bisher. Die Jugend, quasi Leute wie ich HA!, sind eh schon zu Instagram, Tellonym und Jodel weitergezogen. (Nicht wirklich.)

Bis bald. Tschöö.

Den Eurovision Songcontest 2019 gewinnen wir wohl nicht!

Ich bin ganz ehrlich: ich liebe den Eurovision Songcontest über alles! Schon seit meiner Kindheit schaue ich dieses TV-Großevent Jahr für Jahr. Darüber habe ich im Februar 2013 schon mal gebloggt und dieses „ESC-Gefühl“ existiert immer noch. Weil der Beitrag noch so gut passt, habe ich ihn für euch einfach mal freigeschaltet. Aus Retrogründen, habe ich das auch mit einigen anderen Blogeinträgen „von damals“ vor. Aber alles zu seiner Zeit.

Zurück in die Gegenwart. Auch 2019 ist, wie in nahezu allen Jahren zuvor, die Chance auf einen Sieg bei diesem Gesangswettbewerb nicht wirklich hoch. Das hat viele Gründe, doch meistens den einen, dass wir einfach keine guten Sänger ins Rennen schicken.

Mal ehrlich … das ist doch nix. Menno! Nicht nur, dass alles ganz schief und schräg und irgendwie so gar nicht zusammen passt – dann sind es auch noch zwei „Sisters“, die bei der schwulsten Show des Jahres für Deutschland antreten. Da fehlt definitiv ein bisschen Glanz, Glamour und Gayness!

Wieso können wir nicht mal so heiße Typen wie die Tschechen ins Finale voten? Letztes Jahr gab es da zum Beispiel den höchst pornösen Mikolas Josef und auch dieses Jahr ist mit Lake Malawi ein besonders heißes Sahneschnittchen für die Tschechische Republik am Start.

Freunde, das ist es doch, was die schwule ESC-Community sehen möchte! Wie dem auch sei. Ich freue mich jedenfalls schon wieder tierisch auf den Contest und werde euch hier im Blog und auf Twitter selbstverständlich in ausreichendem Maße damit nerven. Das wird toll! :D

Bis bald. Tschöö.